2025
Das Vereinsjahr begann mit der Jahreshauptversammlung am 28. Januar 2025. Zur Sitzung veranstaltete unser Gubener Mitglied Andreas Peter, Leiter und Besitzer des Niederlausitzer Verlages Guben einen kleinen Büchertisch mit historischer Regionalliteratur seines Verlages, dem im Laufe des Jahres weitere Buchpräsentationen folgten. Im öffentlichen Teil der Sitzung, zu der neben den 21 Mitgliedern noch 12 Gäste kamen, hielt Herr Gerhard Knappe einen Vortrag „Frankfurter Belege mit Geschichten(n)“. In seinem einstündigen Vortrag zeigte er Briefe, Ansichts- und Geschäftskarten und andere Exponate z. B. der Papier- und Zellulosefabrik Pulverkrug (Steinbock) oder der Drogerie Johannes Ließ, und sprach dann über die jeweilige Firmengeschichte.

Herr Gerhard Knappe spricht zu Thema: "Frankfurter Belege mit
Geschichte(n)".
Nach seinem Vortrag verließen die Gäste die Versammlung
und es begann die geschäftsmäßige Hauptversammlung, zu der der Vorstand gemäß
Satzung die Mitglieder schriftlich (per E-Mail bzw. Postbrief) eingeladen hatte.
Nach dem einstimmigen Beschluss der Tagesordnung trug der Vorsitzende den
Tätigkeitsbericht 2024 vor. Der Rechenschaftsbericht wurde von den anwesenden 21
Mitgliedern ohne weitere Diskussion oder Ergänzung einstimmig angenommen
(veröffentlicht Heft 1/2025).
Es folgte die Verlesung des Kassenberichtes
durch unsere Schatzmeisterin, Frau Dr. Vera Kliemann. Herr
Lothar Meyer trug den Prüfbericht vor, mit dem die beiden
Kassenprüfer Frau Sigrid Koppe und Herr Lothar Meyer
die Ordnungsmäßigkeit der finanziellen Vereinstätigkeit bestätigten. Nach dem
Prüfbericht wurde der Kassenbericht, gleichfalls ohne Diskussion einstimmig
angenommen. Den 8 säumigen Beitragszahlern (2 zu 2023/24 und 6 zu 2024) wurde
vor einer Mahnung eine verlängerte Zahlungsfrist bis 31.März 2025 erteilt
(Beschluss mit einer Nein-Stimme).
Nachfolgend fasste die Versammlung den
Beschluss zur Beitragshöhe – einstimmig wurde die Beibehaltung der bisherigen
Höhe beschlossen. Entsprechend werden im neuen Vereinsjahr 25,00 € für
Vollzahler sowie 12,50 € für Ruheständler, Arbeitslose, Auszubildende, Schüler
und Studenten erhoben.
Um den Anstieg der Fertigungskosten für unsere
Mitteilungshefte zu verkraften, beschlossen die Mitglieder einstimmig, die
Schutzgebühr bei der Abgabe der Mitteilungshefte außerhalb des Vereins auf 3,00
€ pro Heft, gleich wann es erschienen ist, anzuheben.
Anschließend wurde der
Vorhabenplan für 2025 behandelt. Wegen des Um- und Ausbaus der Gedenkstätte
werden künftig die Sitzungen, bis auf die Weihnachtszusammenkunft, wieder im
Stadtarchiv stattfinden. Die Hoffnung, dass nach der Wiedereröffnung der
Gedenkstätte dort wieder getagt werden kann, dürfte sich inzwischen zerschlagen
haben, da auch dort künftig von den Gästen Eintritt verlangt wird. Der vom
Vorstand vorgelegten Entwurf des Vorhabenplanes, in dem schon die eingereichten
Vorschläge der Mitglieder eingeflossen waren, wurde ohne Diskussion und
Ergänzungen einstimmig beschlossen.
Danach wurde das den Verein seit
längerem beschäftigende Thema „Führung einer Vereinsbibliothek“ besprochen. Dazu
hatte der Vorstand eine umfangreiche Beschlussvorlage erarbeitet. Voraus ging
die durch einige Vorstandsmitglieder erledigte listenmäßige Erfassung und
Aufnahme des im Depot des Museums lagernden Bestandes und der Recherche zur
möglichen Verwendung – u.a. wurden bei verschiedenen öffentlichen Bibliotheken
angefragt. Die Mitglieder stimmten einstimmig der Beschlussvorlage zu. Der
Verein nimmt damit von der Anlage einer Vereinsbibliothek Abstand. Weiterhin
wurde einstimmig beschlossen, die vorhandenen Bücher abzugeben, und zwar 7
Kisten Bücher des ehem. Friedrichs-Gymnasium an das Museum Viadrina zur
Ergänzung des Schulbestandes und 9 Kisten an das Kreisarchiv Oder-Spree. Die
Abgabe erfolgt kostenfrei, jedoch mit der Bedingung, dass die Übernehmenden die
Bücher bewahren, verzeichnen und später der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Zum Abschluss der Sitzung befasste sich die Jahreshauptversammlung mit der
Beteiligung an der Aktion „Frankfurter Köpfe“. Der Vorstand schlug der
Versammlung vor, dass die vom Verein 2019 vorgeschlagene Gedenktafel für die
Brüder von Humboldt (hierzu unbeantwortet gebliebener Brief an die Präsidentin
der Europa-Universität vom 15. Okt. 2019 – sh. Mitteilungen, Heft 1/2020) nun im
Rahmen der von Herrn Prof. G. Hübinger und der „Netzwerkstatt Frankfurt (Oder)“
zu realisieren sei. Der Vorstand schlug vor, dass sich der Historische Verein an
der Aktion beteiligt und die Anfertigung und Aufstellung einer Tafel für die
Brüder von Humboldt auf dem Grundstück des ehem. Pfarrhauses von St. Marien,
Regierungsstraße, organisiert. Die Tafel sollte, so der Antrag, aus dem
Vereinshaushalt finanziert werden. Nach einer Diskussion, bei der besonders die
Kosten der Tafel im Mittelpunkt standen, stimmten 8 Mitglieder für und 9
Mitglieder gegen die Beteiligung. Damit wurde seitens der Versammlung der
Vorschlag abgelehnt, dass sich der Historische Verein an der Aktion beteiligt.
Da über diese Aktion die seit längerem beabsichtigte Tafel endlich verwirklicht
werden könnte, womit das öffentliche Gedenken an die Brüder von Humboldt in
Frankfurt (Oder) befördert wird, verständigten sich auf Vorschlag von Herrn Dr.
Schieck nach dem Ende der Jahreshauptversammlung die Vorstandsmitglieder darauf,
die Tafel privat zu organisieren und – zusammen mit der Humboldt-Societät – zu
finanzieren.
An der Februar-Sitzung (25. Februar) nahmen 13 Mitglieder und 10 Gäste teil. Die Sitzung fand anlässlich des 75. Todestages von Adolf Julius Georg Minde-Pouet im Kleistmuseum statt. Herr Dr. Adrian Schliebe, Vereinsmitglied und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kleistmuseums, der sich mit der Person und dem Wirken von Minde-Pouet als Präsident der Kleist-Gesellschaft seit längerem beschäftigt, titelte sein Vortrag „Georg Minde-Pouet (1871-1950) und Frankfurt (Oder): Kleist-Pflege und Stadtpolitik, Handschriftendiebstahl und Nationalsozialismus. Auf den Spuren eines ambivalenten Kleist-Forschers“. Georg Minde-Pouet war ein einflussreicher, aber ambivalenter Kleist-Forscher, der wesentlich zur Institutionalisierung der Kleist-Pflege in Frankfurt (Oder) beitrug und umfangreiche Materialien zu Kleists Leben sammelte. Zugleich war er in Handschriftendiebstähle verwickelt, verkaufte städtisches Kulturgut widerrechtlich an die Staatsbibliothek und prägte die Kleist- Gesellschaft ab 1933 im Sinne einer offen nationalsozialistischen Ideologie, einschließlich antisemitischer Maßnahmen und propagandistischer Veranstaltungen.

Vereinsmitglied Dr. Adrian Schliebe beim Vortrag über
Adolf Julius Georg Minde- Pouet im Kleist- Museum.
Sein Wirken hinterließ bedeutende Forschungsbestände (seit 2024 als Schenkung der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin im Kleist-Museum), aber auch schwerwiegende politische und moralische Schatten, deren Aufarbeitung heute ein zentraler Bestandteil der Beschäftigung mit seiner Rolle in der Frankfurter Kulturgeschichte ist.
Zur Festsitzung zum 35. Jahrestag des Historischen Vereins am 25. März kamen 13 Mitglieder und 7 Gäste in das Stadtarchiv. Als kleine Erinnerung an das Jubiläum verteilte der Vorstand die eigens mit dem Vereinslogo hergestellten Stifte – als kleinen Hinweis darauf, dass man, wann immer man damit schreibt, auch an den Verein und einen weiteren Vortrag denken sollte. In seinem folgenden Festvortrag richtete der Vorsitzende zuerst den Blick auf die Begründung und Geschichte des ersten Historischen Vereins – des Historisch-Statistischen Vereins zu Frankfurt a. O., zuletzt Historischer Verein für Heimatkunde zu Frankfurt an der Oder (erscheint in Mitt. 1/2026). Danach ließ der Vereinsvorsitzende die vergangenen 35 Jahre Revue passieren. Er erinnerte dabei an die Gründungs- und Vorstandsmitglieder, an herausragende Vorträge, Exkursionen, an unsere Bemühungen um Gedenktafeln, und auch an das erfolgreiche Projekt Heimkehrer Geschichte. Eine erschöpfende Darstellung bleibt jedoch der Zukunft vorbehalten, zum 40. Jubiläum im Jahr 2030 wäre der richtige Zeitpunkt dafür.

Der Vereinsvorsitzende Herr OA Ralf-Rüdiger Targiel bei seinem Festvortrag anläßlich des 35. Jahrestages des Historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e.V..
Im zweiten Teil des Abends zeigte Herr Dr. Michael Eichler, seine Fotografien und Filme, mit denen er die Vereinstätigkeit seit seinem Eintritt in den Verein 1992 dokumentierte. Seine Bild und Filmvorführung veranlasste etliche Mitglieder zu heiteren Kommentaren.

Sammlung von Gruppenbildern aus der Vereinsgeschichte.
Zur Aprilsitzung am 29. April kamen 14 Mitglieder und 18 Gäste. Vereinsmitglied Restaurator Bernhard Klemm hielt einen Vortrag mit dem Titel "Lauter gute Adressen - Dekorationen in Frankfurter Bürgerhäusern". Anhand von eigenen Fotografien, die er in den 1980er Jahren z. B. in Häusern Walter-Korsing-Str.17, 19, Gubener Str.10/11, 13b, Gr. Müllroser Str.61, Güldendorfer Str. 2, Lessingstr.3 und Bergstraße 24, 35 fertigte, und die heute z. T. nicht mehr vorhandenen sind, dass die dort errichteten Häuser einst alle besonders aufwändig gestaltete Treppenhäuser besaßen.

Vereinsmitglied B. Klemm beim Vortrag mit einem Bild von seinen Restaurationsarbeiten in Frankfurter Hausfluren..
Prachtvolle Ausmalungen der Treppenräume und aufwändiges Stuckdekor waren
besonders zur Gründerzeit ein Merkmal der Frankfurter Bürgerhäuser. Anhand der
einzelnen Häuser zeigte der Referent typische und besondere Muster, zeigte die
stilistische und typologische Vielfalt der Treppenhausdekorationen in der
Mietshausarchitektur. (Druck des Vortrages noch ausstehend).
Die letzte Sitzung vor der Sommerpause am 27. Mai gestaltete vor 14 Mitgliedern und 6 Gästen Vereinsmitglied Frau Dr. Vera Kliemann. Sie hielt den ersten Teil ihres Vortrages, in dem sie anhand der Informationen in den Jahrbüchern der Archäologischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. (AiBB) über die archäologischen Ausgrabungen in der Stadt Frankfurt (Oder) von 1990 bis 2023 berichtete. Bis die Forschungsergebnisse einer Ausgrabung – die oft stadtgeschichtlichen Erkenntnisse ergänzen, mitunter auch korrigieren – bekannt werden, vergeht einige Zeit.

Vereinsmitglied Frau Dr. Vera Kliemann bei ihrem archäologischen Vortrag.
Wenn dann Monate später Archäologen davon in ihren Jahrbüchern berichten, geschieht dies oft unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit. Ihr mit großem Interesse aufgenommener Vortrag begann mit den Ausgrabungen auf dem Gelände der „Sieben Raben“, an der sie einst als angestellte Archäologin selbst beteiligt war. Sie leitete Anfang der 1990 Jahre die Ausgrabungen auf dem Gelände der „Sieben Raben“, worüber sie selbst neben einer Broschüre auch einen Beitrag im Jahrbuch schrieb (AiBB 1990-1992; 1995-1996). Im Vortrag wurden auch Fotografien der kostbaren, leider heute nicht mehr vorhandenen Fundstücke gezeigt. Es folgten Ausführungen u.a. zu den Ausgrabungen der ersten Stadtbefestigung im 13. Jahrhundert (Wall mit Palisade in AiBB 1993-1994), dann die Ausgrabungen in der Großen Oderstraße 52-28 (mit den dort gefundenen Goldmünzen in AiBB 2019 ) und die Befunde beim Bau des neuen Bolfrashauses (AiBB 2013). (Die Veröffentlichung erfolgt nach dem Vortrag des II. Teiles, in dem über die Ausgrabungen auf dem Gelände des heutigen Arbeitsamtes, auf dem ETTC-Gelände, an der Autobahn, in der alten Wüstung Pagram, und der Wiederentdeckung des Gräberfeldes in Lossow zu berichten sein wird.
Am 30. September trafen sich 14 Mitglieder und 22 Gäste zur ersten Sitzung nach der Sommerpause. Vereinsmitglied Manfred Hunger aus Lebus hielt einen Vortrag zum Thema „260 Jahre Neu Lebus“. Wie der Referent ausführte, gibt es keine spezielle Urkunde von der Gründung der Kolonie Neu Lebus, aber alle Nachrichten weisen darauf hin, dass Friedrich II. 1765 die Errichtung dieses Ortes angeordnet hatte. Neben seinem allgemeinen Plan das Land durch eine planmäßige und staatlich gelenkte Besiedlung besser zu strukturieren, bestand hier die konkrete Absicht, ein „Weberdorf“ zu errichten. Außerdem sollte der Domäne Lebus Tagelöhner und der Frankfurter Dammvorstadt Handwerksgesellen zur Verfügung gestellt werden. Entsprechend wurden für die ersten 28 Siedler einfache Wohnhäuser gebaut. Vor allem waren es Glaubensflüchtlinge, die für die Siedlung angeworben worden. Mietnachlass und Privilegien sollten Anreize für eine Ansiedlung schaffen. Doch das Leben auf diesem unfruchtbaren Land war so schwer, dass mancher Siedler nach Einbringen der Ernte heimlich den Ort wieder verließ.

Vereinsmitglied Manfred Hunger trägt über das 260-jährige Neu Lebus vor.
Der Deichbruch 1785, der einen großen Teil der Wohnungen vernichtete, hätte fast das Aus für das Dorf bedeutet. Doch der König befahl den Wiederaufbau. Vor allem nach dem 1. Weltkrieg fand ein Strukturwandel statt. Aus ehemaligen Handwerkern und Tagelöhnern wurden Kleinbauern, die einen bescheidenen Wohlstand erwirtschafteten. Beim Einmarsch der Roten Armee erlebten die zurückgebliebenen Neu Lebuser schreckliche Übergriffe. Nach einer kurzen Rückkehr im Mai 1945 fand dann die endgültige Vertreibung statt. Nowo Lubusz war dann bis 1967 militärisches Sperrgebiet. Verschiedene PGR (ähnlich einer LPG in der DDR) stellten den Ansässigen Anstellungen und Wohnraum zur Verfügung. Heute ist Nowy Lubusz ein Ortsteil der polnische Stadt Subice.“ (veröff. 2026 geplant). Danach berichtete der Vereinsvorsitzende mit einer kleinen Fotoschau von dem am Tag zuvor eröffneten Aussichtsturm in Słubice, der unweit des einstigen Kleisturmes neu errichtet wurde.

Neuerbauter
Słubicer
Kleistturm (Foto: MOZ / ©Andrzej
Szewczyk / BRODATY_STUDIO).
An der nächsten Sitzung am 28. Oktober nahmen 16 Mitglieder und 11 Gäste teil. Den Vortragsabend gestaltete Vereinsmitglied Roland Semik aus Slubice. Der Jurist und engagierte Experte für die Słubicer Stadtgeschichte, hielt zwei Vorträge. Im ersten Vortrag, der schon für 2024 geplant und wegen Krankheit des Referenten verschoben werden musste, stellte Herr Roland Semik den rechtlichen Rahmen und die Praxis der Denkmalpflege in Frankfurt und Słubice dar und verglich beide Rechtssysteme miteinander. In seinem zweiten Vortrag, den der Referent anlässlich des 80. Jahrestages der Stadt Słubice hielt, stellte er die wichtigsten Ereignisse und Personen vor. Erste Schwerpunkte seines Vortrags waren die Herkunft und Geschichte des Stadtnamens Słubice (erstmal auf einer 1937 in Posen herausgegeben Karte für das Gebiet links und rechts der Oder, 12.11.1946 offizielle Namensgebung der Stadt Slubice); das alte und das seit 2006 gültige Stadtwappen.

Vereinsmitglied R. Semik bei seinem Vortrag zum 80. Jahrestages der Stadt Słubice.
Auf besonderes Interesse bei den Anwesenden stießen seine Ausführungen zum Beginn der Kreis- und Stadtverwaltung 1945 bis 1946 (3. bis 27. Apr.1945 Ankunft einer 21 Personen umfassenden Gruppe von H. Jastrzębski für die Stadt Frankfurt (Oder)/ Słubice, 1. bis 2. Mai Ankunft einer 52 Personen umfassenden Gruppe von W. Jaroszyński für den Kreis Weststernberg bzw. Bezirk Rypin). Wie der Referent ausführte, war ab Mai Słubice Sitz des Bezirks Rypin, der provisorisch mehrere Orte östlich der Oder umfasste. Im Jahr 1946 erfolgte die Umbenennung des Bezirks Rypin in Bezirk Rzepin, was der veränderten territorialen Orientierung Rechnung trug. Mit der Verwaltungsreform von 1959 entstand schließlich der Kreis Słubice, der bis 1975 Bestand hatte. Im letzten Teil seines Vortrages stellte der Referent kurz die Persönlichkeiten vor, die von 1945 bis heute die wichtigsten Ämter in der Stadt, in den kulturellen Institutionen und dem Militär bekleideten. Sein Vortrag endete mit dem Blick auf die offizielle Feier zum 80. Geburtstag von Słubice im September 2025 (wird veröff. in Mitt. H.1/2027)
An der am 26. November durchgeführten Sitzung nahmen 12 Mitglieder und 14 Gäste teil. Am Abend hielt Vereinsmitglied Wolfgang Buwert seinen dritten Vortrag über die „Führungselite in Frankfurt (Oder) am Ende der NS-Zeit“. Diesmal beschäftigte sich der Referent mit den Frankfurter Festungskommandanten 1945. Erster Festungskommandant war Generalleutnant Hermann Meyer- Rabingen (1887-1961). Ihm folgte Oberst Ernst Biehler (1903-1997), der mit einer Tochter des in der Bahnhofstraße einst wohnenden Frankfurter Arztes Dr. Albert Dege verheiratet war und der am 20. April 1945 noch zum Generalmajor befördert wurde.

Vereinsmitglied W. Buwert berichtet über die Frankfurter Festungskommandanten zum Ende des 2. Weltkrieges.
Geschildert wurde ihr militärischer Werdegang, wozu Herr Wolfgang Buwert zahlreiche Fotos und Dokumenten aus Archiven und seinem Privatbesitz zeigte (wird veröff. in Mitt. H. 2/2026).

Vereinsmitglied A. Peter stellt die Reprint- Neuerscheinung über die Ostmarkbauten vor.
Danach stellte Vereinsmitglied Andreas Peter
das in seinem „Niederlausitzer Verlag Guben“ als Reprint neu erschienene Buch
„Ostmarkbauten“ (1925) vor, darin eine von Vereinsmitglied Horst Voigt
verfasste Biographie von Martin Kießling.
Zu der vom Stellv. Vereinsvorsitzenden Dr. Martin Schieck organisierten Dezemberveranstaltung trafen sich am 17. Dezember 9 Mitglieder im Hauptgebäude des Museums. Herr Dr. Tim S. Müller, Museumsleiter und Vereinsmitglied hieß uns in seinem Haus willkommen und führte uns zu der ausgestellten Sammlung „Neumärkisches Silber“, dass das Museum dank zahlreicher Fördermittelgeber und Spender 2022 von Herrn Prof. Dr. Ernst- Ludwig Richter erwerben konnte. Herr Dr. Müller erläuterte die 10 im Januar 2023 übernommenen kostbaren Stücke, darunter die Amtskette des Küstriner Hofrichters und Bürgermeisters aus der Zeit um 1640, ein Kelch der Marienkirche Arnswalde (1643), eine Abendmahlskanne der Küstriner Marienkirche (1650), einen aus Silber mit Teilvergoldungen in Küstrin gefertigten Prunkhumpen (um 1620).

Besichtigung der neuerworbene Sammlung „Neumärkisches Silber“ im Museum Viadrina.
Als besondere Überraschung zeigte uns der Museumsleiter
eine gerade erste erworbene große Porzellanvase mit prachtvollen Stadtansichten
aus dem frühen 18. Jahrhundert. Danach traf man sich zur geselligen Runde in
„Uromas Küche“ im Museum. Dabei informierte Herr Ralf Springsguth
über neuerworbene Schriftstücke, wie z. B. Werbeschriften der Frankfurter Firma
Teutonia in der Beeskower Straße für Frankreich. Herr Lothar Meyer
informierte über Veröffentlichungen seiner Forschungen zum „Nullstein“ im
„Meilenstein-Journal“, Herr Bernhard Klemm zeigte Fotografien
von der Vereinsexkursion zum sog. Ostwall, Herr Dr. Tim S. Müller berichtete von
neuen Erkenntnissen zum Untergang des alten Lienauhauses und Herr Ralf-
Rüdiger Targiel informierte von den eigens für den diesjährigen
Weihnachtsmarkt erarbeiteten Tafeln und berichtete von einer Klage aus dem Jahr
1860, als sich die nahe der Kaserne wohnenden Einwohner von frühen Blasen dort
gestört fühlten und die dann von anderen dafür als Faulenzer beschimpft wurden.
Bei Pfefferkuchen und einem Glas Glühwein endete die letzte Sitzung des Jahres.